Ausnahmezustand
Hochschulen im deutschsprachigen Raumseit dem 7. Oktober – Zeugnisse von Betroffene
Buchvorstellung
Am 6. Oktober 2023 sprachen Uli Krug, Anselm Meyer und Alex Carstiuc in der Berlin-Neuköllner ProgrammSchänke Bajszel im Rahmen der Veranstaltung „Ein verdrängter Krieg“ anlässlich des 50. Jahrestages über die Geschichte und Folgen des Jom-Kippur-Krieges von 1973. Die Veranstaltung beschäftigte sich auf bewegende Weise mit dem bis dato verheerendsten Krieg der israelischen Geschichte, war sehr gut besucht und fand im Rahmen des ersten Jahrestreffens der Gesellschaft für kritische Bildung im Bajszel statt. Währenddessen wurden im Gaza-Streifen die letzten Vorbereitungen für den genozidalen Angriff der Hamas und anderer palästinensischer Terrororganisationen auf Israel getroffen.
Als im Verlauf des 7. Oktobers die ersten Meldungen über den Angriff eintrafen, war die Situation noch unübersichtlich. Doch spätestens mit den ersten Erzählungen über Einwohner Berlins, die anlässlich des antisemitischen Massakers in Israel nur einige hundert Meter vom Bajszel entfernt Süßigkeiten verteilten und auf der Straße feierten, sickerte das Ausmaß der Geschehnisse dieses Tages auch bei den damaligen Gästen der Kneipe langsam ins Bewusstsein.
Anlässlich des diesjährigen dritten Jahrestages möchten wir gemeinsam mit Menschen, die unmittelbar von der Ereignissen betroffen waren, an den 7. Oktober erinnern: Sonja Bohl-Dencker ist Anwältin aus Verden in Niedersachsen. Ihre Tochter - die Berliner Studentin Carolin Bohl - wurde am 7. Oktober 2023 durch die Hamas im Kibbuz Nir Oz in Israel ermordet. Seitdem setzt sich ihre Mutter öffentlich dafür ein, die Erinnerung an die Opfer wachzuhalten. Naomi Tamir ist Vorstandsmitglied und Öffentlichkeitsbeauftragte der Jüdischen Studierendenunion Deutschland (JSUD). In dieser Rolle und als Studentin der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf ist sie tagtäglich mit dem gestiegenen Antisemitismus an Hochschulen, aber auch in der Gesamtgesellschaft konfrontiert.
Im Gespräch mit Andreas Stahl werden die beiden von ihren persönlichen Erinnerungen an den 7. Oktober berichten und darüber sprechen, was der Tag für sie heute bedeutet und welche Konsequenzen daraus gezogen werden sollten.
Gefördert vom Aktionsfonds gegen Antisemitismus:

Andreas Stahl leitet die Zentrale Beratungsstelle zu Antisemitismus an Hochschulen in Nordrhein-Westfalen (ZeBA NRW). Er ist seit vielen Jahren in der politischen Bildung tätig und Mitherausgeber mehrerer Bücher. Zudem ist er Gründungsmitglied der Gesellschaft für kritische Bildung und Mitglied des Centrum für Antisemitismus- und Rassismusstudien (CARS) Aachen.
Naomi Tamir ist Vorstandsmitglied und Öffentlichkeitsbeauftragte der Jüdischen Studierendenunion Deutschland (JSUD).
Sonja Bohl-Dencker ist Anwältin aus Verden in Niedersachsen. Seit der Ermordung ihrer Tochter Carolin Bohl durch die Hamas setzt sie sich öffentlich dafür ein, die Erinnerung an die Opfer des 7. Oktober 2023 wachzuhalten.
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Buchvorstellung
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