Meera Nanda

Postcolonial Theory and the Making of Hindu Nationalism

The Wages of Unreason

„Aus der Sicht von Intellektuellen aus dem „Globalen Süden“, die wie Meera Nanda das vielgeschmähte Projekt der Aufklärung nie aufgegeben hatten, war früh zu erkennen, dass der postkoloniale Angriff auf die Ideale des Humanismus und der Moderne sich als kontraproduktiv erweisen würde – dass diese vermeintlich linke Theorie, die die Kolonisierten vom Erbe des Kolonialismus befreien wollte, eben diese ehemals Kolonisierten vielmehr zurück in die Falle des Nativismus lockte. Hatte die traditionelle Linke sich noch geweigert, subalternes Wissen aufzuwerten, und beispielsweise darauf bestanden, allen Menschen gleichen Zugang zu moderner, säkularer Bildung zu ermöglichen, überbieten sich postkoloniale Intellektuelle gegenseitig darin, moderne, säkulare Werte als ‚epistemische Gewalt‘ zu verunglimpfen (N 14). Was zur Folge hat, dass nicht-westliche Kritiker, die beispielsweise die repressiven Werte ihrer eigenen Kultur kritisieren, beschuldigt werden, sich an fremden kulturellen Werten zu orientieren (Nanda 1998, 300). Dagegen unterstreicht Nanda immer wieder, „dass das postkolonialistische Misstrauen gegenüber den Metanarrativen der Moderne und die Feier der Differenz nichts Radikales oder Befreiendes an sich“ haben, sondern die „Rückkehr der Gegenaufklärung“ begünstigen.


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