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Politischer Antisemitismus und israelbezogene Polarisierung in Deutschland nach dem 7. Oktober

Der Vortrag widmet sich der Frage, wie Antisemitismus in Deutschland parteipolitisch verhandelt wird und warum es einer antisemitismuskritischen Parteien- und Parteiensystemforschung bedarf. Zunächst zeichnet er die (Re-)Politisierung des Antisemitismus und die Mobilisierung des Themenfelds Israel- und Nahostpolitik in den vergangenen Jahren nach, insbesondere seit dem 7. Oktober.
Darauf aufbauend werden zentrale Forschungsdesiderate herausgearbeitet und ein antisemitismuskritischer Ansatz skizziert, der Parteien nicht als homogene und isolierte Akteure untersucht, sondern innerparteiliche Aushandlungsprozesse, Konflikte und die Interaktionen zwischen Parteien systematisch berücksichtigt. Im Zentrum stehen institutionelle Wissensbestände, Deutungsmuster und Verständnisse, der Umgang mit antisemitischen ‚Vorfällen‘, Lernprozesse und der Wandel von Skandalisierungsschwellen.
Zugleich werden antisemitismus- und nahostpolitische Debatten in den Zusammenhang allgemeiner Polarisierungs- und Fragmentierungsprozesse in westlichen Demokratien gestellt. Am Beispiel der aktuellen Konflikte in der Partei DIE LINKE sowie der Reaktionen anderer Parteien darauf wird diese Analyseperspektive abschließend veranschaulicht.

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