"Queering Holocaust"?
Erinnerungskultur zwischen Anerkennung und Diversifizierungstrend
Vortrag
Kein Tag, an dem wir nicht aufgefordert werden, mehr zu arbeiten: „Habt mehr Bock auf Arbeit, Leistung, Wachstum, Wettbewerb“. Aber schon jetzt leiden immer mehr Menschen unter dem Arbeitsdruck und wünschen sich dringend, weniger zu arbeiten. Stattdessen müssen sie sich anhören, sie würden „zu viel krankmachen“.
Angeblich sollen wir mit mehr Arbeit „unseren Wohlstand sichern.“ Aber trotz jahrzehntelangen Wirtschaftswachstums wird Wohnen unbezahlbar, steigen Lebenshaltungskosten, wächst Armut. Soziales, Bildung und Gesundheit sind „zu teuer“. Klimaschutz wird sowieso vernachlässigt.
Dass es den Jüngeren einmal schlechter gehen wird, ist ein offenes Geheimnis. Viele fragen sich: Soll das mein Leben sein? Ständig im Stress, Minirente mit 75 und das war’s dann? Ein merkwürdiger „Wohlstand“. Wer hat darauf schon Bock?
Wir sollen arbeiten für noch mehr Autos, Plastik im Meer und Finanzgebirge. Computer und Roboter könnten uns viel Arbeit abnehmen. Aber das funktioniert nicht, weil die Wirtschaft, von der wir alle abhängen, Konkurrenz statt Kooperation verlangt: Wer setzt sich durch? Ich oder du? Wir oder die andern?
Niemand vertritt dieses Prinzip brutaler als Autoritäre und Faschisten. Die Rechtsentwicklung fällt nicht vom Himmel, sie erwächst aus der Ellenbogenlogik „unserer Wirtschaft“. Doch Ellenbogenegoismus und Rechtstrend sind nicht alternativlos. Der Kampf gegen Rechts kann sich mit dem Wunsch von immer mehr Menschen nach wesentlich mehr Zeit für ein erfülltes und sinnvolles Leben verbünden: Anders Wirtschaften ist angesagt.
Kämpfe für Arbeitszeitverkürzung und mehr Zeit für gesellschaftliche Selbstorganisation sind der Schlüssel dafür. Auch Gewerkschaften können eine wichtige Rolle dabei spielen, wenn sie ihr großes Potential als Massenorganisationen der Fachkräfte für den stofflichen Umbau erkennen und mobilisieren.
Lothar Galow-Bergemann war Personalrat in zwei Großkliniken. Er schreibt u.a. für Jungle World und emafrie.de.
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Philosophische Perspektiven auf das gute Leben
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Buchvorstellung
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